IT-Sicherheit

9. März 2025
Virus ist nicht gleich Virus
Wer einen Virus auf dem Computer oder dem Smartphone hat, kann schnell tausende Euro verlieren. Unternehmen sind neben direkten monetären Schädigungen obendrein der Gefahr ausgesetzt, staatliche Strafen zu erhalten. Etwa wenn bei einem massiven Verlust von Kundendaten herauskommt, dass sie nicht genug für die IT-Sicherheit getan haben, um dies zu verhindern.
Egal, ob als privater Anwender oder geschäftlicher Nutzer von IT-Anwendungen – Sie sollten sich eingehend mit den Risiken von Schadprogrammen beschäftigen und diese möglichst ausschließen. Lesen Sie unseren Beitrag gründlich, um eine Übersicht der wichtigsten Virenarten zu bekommen und berücksichtigen Sie die abschließenden Tipps, mit denen Sie sich effektiv dagegen schützen können!
Was ist ein Computervirus?
Ein Computervirus (meist umgangssprachlich für Schadprogramm oder Malware) ist eine besonders tückische Form von Software, die sich selbst repliziert und auf Systemen implementiert, ohne dass deren Nutzer es mitbekommen. Die Ursprünge reichen zurück bis ins Jahr 1983, als der Informatiker Fred Cohen erstmals ein Programm entwickelte, das sich unbemerkt in andere Software einnistete und sich weiterverbreitete. Dieses Prinzip bleibt bis heute bestehen: Ein Virus infiziert Programme, verändert Systemdateien und kann erhebliche Schäden verursachen – von Datenverlust bis hin zu Hardware-Defekten – die wiederum für unterschiedlichste kriminelle Machenschaften ausgenutzt werden.
Wie gelangt ein Virus auf den Computer und wie verbreitet er sich?
Computerviren nutzen verschiedene Wege, um sich unbemerkt auf einem System einzuschleusen. Häufig geschieht dies durch infizierte E-Mail-Anhänge, schädliche Links oder den Download unsicherer Dateien von nicht vertrauenswürdigen Webseiten. Auch externe Speichermedien wie USB-Sticks können Viren übertragen. Eine weitere Gefahr sind Sicherheitslücken in veralteter Software, die Hacker gezielt ausnutzen.
Einmal auf dem System, kann das Schadprogramm schnell durch den Austausch von Dateien weitere Wirte finden und schließlich infizieren. Die meisten Viren folgen einem vierstufigen Zyklus: In der Ruhephase bleiben sie unentdeckt, bevor sie sich in der Ausbreitungsphase vervielfältigen. Die Auslösephase wird durch eine bestimmte Aktion aktiviert (etwa das einfache Klicken eines Buttons), woraufhin die Ausführungsphase beginnt und die Manipulation einsetzt. Nicht alle Malwares warten aber mit dem Start. Manche beginnen bereits ganz ohne initialen Impuls mit ihrer schädlichen Arbeit, sobald sie auf dem PC oder dem Handy angekommen sind.
Wichtige Virenarten und ihre Auswirkungen
Obwohl oft allgemein von „Viren“ gesprochen wird, umfasst der Begriff nicht alle Arten von Schad-Software. Viren hängen sich gemeinhin an Dateien an und verbreiten sich durch deren Ausführung. Würmer replizieren sich hingegen eigenständig über Netzwerke, speziell das Internet. Trojaner hingegen tarnen sich als nützliche Programme, um unbemerkt Schadcode einzuschleusen. Unter den Computerviren gibt es wiederum verschiedene Typen mit spezifischen Infektions- und Schadensmechanismen.
Direkte Aktionsviren: Diese weitverbreitete Virusart heftet sich an .COM- oder .EXE-Dateien, führt beim Start eine Schadaktion aus und löscht sich danach selbst. Ein berühmtes Beispiel ist der Vienna-Virus, der in den 1980er-Jahren gezielt .COM-Dateien beschädigte.
Boot-Sektor-Virus: Diese Viren infizieren den Boot-Sektor von Speichermedien und können sich beim Start des Systems im Arbeitsspeicher (RAM) einnisten. Klassischerweise wurden sie über Disketten, heute aber eher per USB-Sticks oder DVDs übertragen. Eine moderne Variante, der Stoner-Virus, zeigte 2014 politische Botschaften auf infizierten PCs.
Residenter Virus: Anders als andere Viren bleibt diese Art aktiv, selbst wenn die infizierte Datei entfernt wird. Sie nistet sich in den RAM ein und kann so jederzeit schädliche Aktionen ausführen. Ein berüchtigtes Beispiel ist der Magistr-Virus, der Dateien zerstörte und sich per E-Mail weiterverbreitete.
Multipartite Viren: Diese Viren infizieren sowohl Dateien als auch den Boot-Sektor, was ihre Beseitigung besonders schwierig macht. Der Invader-Virus beispielsweise überschrieb die Festplatte, wenn Nutzer versuchten, ihn durch einen Neustart zu entfernen.
Polymorphe Viren: Diese hoch entwickelten Malwares verändern ihren Code, um Antivirenprogramme zu täuschen. Der VirLock-Virus kombinierte diese Tarnmechanik mit Ransomware, indem er Dateien sperrte und Lösegeld forderte.
Makroviren: Makroviren verstecken sich in Office-Dokumenten und aktivieren sich, sobald der Nutzer Makros erlaubt. Der Locky-Virus nutzte diese Methode, um insbesondere Krankenhäuser anzugreifen und deren Daten zu verschlüsseln, womit die Hintermänner natürlich Lösegeld erpressten.
Berücksichtigen Sie die folgenden Tipps und schützen Sie sich damit effektiv vor Computerviren!
Sie müssen kein IT-Experte sein, um sich effektiv vor Computerviren zu schützen. Jetzt, da Sie wissen, womit Sie es zu tun haben, können Sie zielgenau einige Best Practices umsetzen. Wichtige Schlüssel sind das passende Mindset bzw. eine gesunde Skepsis und die Gewährleistung der Aktualität Ihrer Systeme.
Nutzen Sie eine zuverlässige Antiviren-Software: Ein aktueller Viren-Scanner erkennt und blockiert bekannte Bedrohungen zuverlässig, bevor sie Schaden anrichten können. Achten Sie darauf, Ihre Lösung regelmäßig bzw. automatisch mit Updates zu versorgen.
Halten Sie Ihr System und Ihre Programme up to date: Cyberkriminelle nutzen Schwachstellen in veralteter Software gezielt aus. Installieren Sie Sicherheitsupdates für Ihr Betriebssystem und Ihre Anwendungen daher so schnell wie möglich.
Seien Sie vorsichtig mit E-Mail-Anhängen und Links: Öffnen Sie niemals verdächtige Anhänge oder klicken Sie auf Links in E-Mails Unbekannter. Selbst scheinbar seriöse Absender können gefälscht sein.
Meiden Sie unsichere Websites: Einige Schadprogramme infizieren Ihren Rechner bereits beim bloßen Besuch einer Webseite. Verwenden Sie stets einen aktuellen Browser und halten Sie sich von fragwürdigen Online-Präsenzen fern.
Laden Sie Software nur aus vertrauenswürdigen Quellen herunter: Vermeiden Sie Raubkopien und dubiose Downloads, da sie oft Schad-Software enthalten. Falls Sie P2P-Netzwerke nutzen, setzen Sie auf ein sicheres VPN.
Schalten Sie Pop-ups und Online-Werbung ab: Kriminelle nutzen gezielt infizierte Anzeigen (Malvertising), um Schadcode auf Rechner zu schleusen. Klicken Sie daher niemals unüberlegt auf Werbebanner.
Erstellen Sie regelmäßig Backups: Sichern Sie Ihre wichtigsten Dateien auf externen Speichermedien oder in der Cloud. So sind Sie vor Datenverlust abgesichert, selbst wenn es ein Virus in Ihre Systeme schafft.
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